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Aktuelles
Aktuelles vom 10.06.2006
Neuer Weltrekord im
berittenen Bogenschiessen von Meister Lajos Kassai:
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Daten:
- 24 Stunden
- 661 Gallops
- 5413 Shots
- 15 594 Punkte gesamt
- Mit einem Durchschnitt von 212 Punkten
pro 9 Gallopps
- 10 Pferde
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Nach diesem Rekord sagte Lajos:
"Die Qualität der Erfahrung wird durch
unseren geistigen Rahmen bestimmt, der Schmerz ist unvermeidlich,
aber wenn unsere Ziele sich in Harmonie mit unseren Fähigkeiten
befinden, dauert das Leiden nicht an. Die Einheit von Körper,
Seele und Geist führt zur Harmonie in unserem Leben und
hilft uns, die Qualen des Lebens zu ertragen. Wir können
uns diese Einheit im Bild einer Kutsche verdeutlichen: kraftvolle
Pferde, ein gut gebautes Fuhrwerk und ein geschickter Kutscher.
Die Pferde sind unsere Instinkte, Empfindungen und Emotionen;
der Kutscher ist unser Geist und die Kutsche selbst ist
das Symbol unseres Körpers. Und dann - nur als Gedankenspiel
- stellen wir uns vor, dass zwei schwachbrüstige Klepper
vor der Kutsche stehen, auf dem Kutschbock sitzt ein unerfahrener,
dummer Fahrer und die Kutsche selbst ist ein klappriger,
heruntergekommener Kasten. Sicher reicht ein einziger dieser
Schicksalsschläge völlig aus, unser Leben armselig zu machen,
sodass wir uns von einem Schlagloch zum nächsten schleppen,
von der Geburt bis zum Tod.
Wenn wir unsere Mitwesen betrachten, können
wir feststellen, dass manche mehr, andere weniger deutlich
die Defekte ihrer Kutsche zur Schau stellen. Aber bevor
wir zu tief in die hämische Betrachtung der Welt um uns
herum verfallen, sollten wir einen Blick auf uns selbst
werfen. Was sehen wir, wenn wir nach vorne schauen? Vertrocknete
Kreaturen oder schäumende Hengste? Rollt unsere Kutsche
leicht dahin oder knarren da rostige Räder mit zerbrochenen
Speichen? Und wir, die wir all das vom Kutschbock aus betrachten,
sehen wir klar? Wenn wir in den Spiegel sehen, ist das Bild
klar genug?
Eines kann ich über diesen Rekord sagen:
Wilde Pferde haben 24 Stunden lang meine lautlos gleitende
Kutsche gezogen und ich habe jeden Augenblick meiner kurzen
Reise genossen. Ich kann dem Schicksal nicht genug für seine
Gnade danken, mich für diese wunderbare Aufgabe zu wählen
und mich unverdienterweise mit dieser Erfahrung zu bedenken.
Diese Prüfung ist für mich nicht deshalb
wichtig, weil ich sie bestand, sondern weil das Licht des
Erfolgs es sehr gut vermag, die Schatten der mir vorher
verborgenen Fehler zu zeichnen. Für jemanden, der eine Kampfkunst
übt, ist das, was gut funktioniert, niemals wichtig. Auf
dem dornigen Weg der Vervollkommnung unseres Selbst müssen
wir immer den Weg des meisten Widerstandes gehen. Als ich
die Geschehnisse nacherlebte und die Videoaufzeichnungen
analysierte, kam eine Vielzahl von Erfahrungen an die Oberfläche.
Ein Abschnitt meines Lebens, der zwanzig Jahre gedauert
hatte, war zu seinem Ende gekommen. Trotz des Schweisses,
den ich in dieser Zeit vergossen habe (und der eine kleine
Wassermühle hätte antreiben können), fühle ich mich noch
immer als Anfänger. Ich glaube, ein Bergsteiger muss ähnlich
fühlen, wenn er in der Wand steht, der steile Weg, die Luft
ist viel kälter und hat weniger Sauerstoff. Wenn du 90%
deines Wegs geschafft hast, bist du erst mit der Hälfte
fertig. Was sich auf diesem langen Weg klarer abzeichnet,
sind die Konturen der Etappenstationen: - die ersten 100
Punkte sind die Zeit, die richtigen Techniken im Reiten
und Bogenschiessen zu erlernen, sie sind die Zeit, die Basis
zu schaffen. - im Schmelztiegel der Periode zwischen 100
und 200 Punkten vereinen sich Reiten und Bogenschiessen.
- zwischen 200 und 300 Punkten erwacht der Zentaur zum Leben,
immer öfter und öfter erleben wir die Erfahrung der Einheit,
und später wird sie ein untrennbarer Teil unserer Natur.
- und über 300 Punkten ist das Reich des Adlers (die Elite
der hunnischen Soldaten wurde Adlerschützen genannt): der
Schauplatz von Seele und Spiritualität.
Ein letztes Wort, mir selbst beständig
in die Augen schauend, meine Erfolge betrachtend: Ich habe
nicht meinen besonderen Fähigkeiten zu danken, sondern der
schlechten Vorbereitung meiner Gegner. Das Zeitalter, in
dem wir leben, schleudert uns auf immer höhere Ebenen der
Zivilisation, während die Kultur immer tiefer in eine bodenlose
Grube fällt. Der Mensch, der sich in den Kampfkünsten übt,
die zu einer früheren Zeit das Werkzeug waren, Blut zu vergiessen,
muss eine immer grössere und grössere Rolle dabei einnehmen,
die menschlichen Werte zu retten, die in der rücksichtslosen
Mühle der Konsumgesellschaft zermahlen werden. Kann es eine
grössere Herausforderung geben, als einen Fetzen unserer
zerfransten Moral zwischen unseren Zähnen zu halten und
durch dieses wertlose Jahrhundert zu tragen?"
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